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Eine
Alternative - Die
Feuerbachtalbahn
Bereits um 1882, als man in Kandern eine Schmalspurbahn
plante, war eine alternative Streckenführung zur Kandertalbahn
im Gespräch. Eine Feuerbachtal- bahn von Kandern über
Riedlingen, Holzen, Egringen nach Efringen fand bei den Gemeinden
großes Interesse. Auch hier wollte man von einem möglichen
wirtschaftlichen Aufschwung, der mit der Bahn zu erwarten war, profitieren.
Gute Chance sah man durch eine geplante Schmalspurbahn,
die weitgehend in die vorhandene Straße eingebaut werden sollte.
Zur selben Zeit sollte nämlich gerade die Landstraße
im Feuerbachtal erneuert werden.

Der
Bahnhof Efringen-Kirchen, ein alternativer Ausgangspunkt für
eine Bahnlinie nach Kandern.
Foto
um 1910: Karl Däublin, Sammlung Arnold Zowe.
Nach weiteren Ausarbeitungen der Bahnpläne durch den beauftragten
Ingenieur Helbing in den Jahren 1882 - 1888 kam dieser zum Entschluß,
dass der Bau einer Normalspurbahn
Vorteile gegenüber dem Bau einer Schmalspurbahn
habe.
Auch sprach sich Helbing bereits zu dieser Zeit für den Bau
der Kandertalbahn aus. Im Januar 1889 fanden mehrere Besprechungen
zu diesen Thema statt, bei denen auch die künftige Strecken
führungdiskutiert wurde.

Da man im Feuerbachtal die Chancen für eine Bahnlinie im eigenen
Tal schwinden sah, gründete man ein Komitee zur Förderung
einer Eisenbahn im Feuerbachtal. Dieses bestand aus Gewerbetreibenden
und Vertretern der Ortschaften aus Feuerbachtal, welche sich direkt
mit dem Wunsch einer Eisenbahnstrecke durch das Feuer-bachtal an
die Staatsregierung in Karlsruhe wandte.
Von diesem Komitee wurde auch mit dem Ingenieur Müller aus
Freiburg ein Abkommen über die Erstellung eines Projektes
zur Bau der Feuerbachtalbahn geschlossen wurde, welches die
Vorteile dieser Streckenführung aufzeigen sollte. Nach einem
Beschluss des Gemeinderates am 14. Januar 1889 mit 17 Ja- und zwei
Nein-Stimmen, wurde bestimmt, die Feuerbachtal-Linie mit 4.000,--
Mark zu unterstützen. Weiterhin wollten sich die Gemeinden
Efringen mit 2.000,-- Mark und Mappach mit 500,-- Mark und freiem
Gelände beteiligen.
Am Mittwoch den 13. November 1889 wurden alle Befürworter der
Linie durch das Feuerbachtal nach Holzen eingeladen. Hier wurden
noch einmal die Vorteile einer Eisenbahnstrecke durch das Feuerbachtal
aufgezeigt. Diese waren:
1.) Der bessere Bahnanschluss in Richtung Norden über die Station
Efringen.
2.) Da die Strecke durch das Feuerbachtal kürzer und mit weniger
Stationen versehen sei, werde die etwas weitere Verbindung nach
Lörrach zeitlich weitgehend ausgeglichen. Durch die kürzere
Streckenführung durch das Feuerbachtal könnten bei der
Bauausführung rund 50.000,-- Mark eingespart werden.
3.) Die Strecke durch das Feuerbachtal hat ein um ca. 800 Einwohner
größeres Einzugsgebiet.
4.) Der Geländeerwerb wäre im Feuerbachtal billiger als
im Kandertal. Genauer gesagt hätte im Kandertal teure landwirtschaftlich
genutzte Felder gekauft werden müssen, im Feuerbachtal hätten
die Gemeinden das benötigte Land kostenlos als Beitrag zur
Bahn gegeben.
5.) Die oft bemängelte 30 Steigung zwischen Riedlingen
und Kandern könnte mit etwas mehr Erdarbeiten auf 15 - 17
abgeschwächt werden.
6.) Das Feuerbachtal ist nicht so anfällig auf Überschwemmungen
wie das Kandertal, was sich durch die in den Jahren 1850, 1852,
1860 und 1872 statt-gefunden Überschwemmungen gezeigt hat.

Zusammenstellung der Baukosten
für die Feuerbachtalbahn. Slg. C. Linke
[PDF 260 KB]
Trotz dieser Gründe stießen die Befürworter der
Feuerbachtallinie beim der Regierung und beim beauftragten Ingenieur
Helbing auf kein besonderes Gehör, was auf die höheren
Kosten der Bauausführung und die teureren Folgekosten durch
größere und stärkere Lokomotiven zurückzuführen
ist.
Um baldmöglichst eine Entscheidung über die Streckenführung
fällen zu können, forderte Kanderns Bürgermeister
Berner genaue Zahlen über die Güterbewegungen der Stadt
Kandern an. Diese sollten für eine Statistik verwendet werden,
um die Linie Kandern - Efringen eingehender zu überprüfen.
Am 13. April des Jahres 1890 erklärte man sich in Kandern bereit
ebenfalls wie die Strecke Kandern - Haltingen auch die evtl. in
Frage kommende Feuerbachtallinie mit jetzt 80.000,-- Mark zu unterstützen.
Da die Bürger des Feuerbachtales merkten, dass sich die bauausführenden
Ingenieure mehr und mehr für die Kandertallinie stark machten,
wandten sich diese am 29. März 1890 an den Hofmarschall, Freiherr
von Freistedt, mit der Bitte um Unterstützung für die
Linie Kandern - Efringen. In den Erläuterungen zeigte man diesem
die Menge an Güter und Rohstoffen auf, welche aus dem Feuerbachtal
Jahr für Jahr kamen.
Am 12. August 1890 lagen immer noch keine genauen Zahlen über
die Rentabilität der Feuerbachtalline vor und die Stadt Kandern
drängte die Firma Hostmann nun endlich die Wirtschaftlichkeitsberechnung
der Strecke Kandern - Efringen abzuschließen.
Am 20. Oktober 1890 wanden sich die Komiteemitglieder des Kandertals
an Großherzog Friedrich I. und baten diesen, um eine positive
Entscheidung zu Gunsten der Linie durch das Kandertal. Doch eine
Antwort aus Karlsruhe in Bezug auf die Streckenführung ließ
weiter auf sich warten, so dass am 29. Oktober 1890 erneut ein Schreiben
aufgesetzt wurde, mit der Frage ob man die Streckenführung
in Kandern alleine entscheiden solle.
Die Verhandlungen mit der Regierung zogen sich bis zum Dezember
1891 hin. Zwischenzeitlich konnte man sogar den Großherzog
persönlich in Kandern vor Ort zu einem Gespräch gewinnen,
was allerdings keinen entscheidenden Fortschritt brachte. Bereits
am 27. November 1891 ergab sich erneut eine andere Sachlage, da
sich nun die Gemeinden des Feuerbachtales bereit erklärten,
das für den Bahnbau benötigte Land kostenlos zur Verfügung
zu stellen.
In der Hoffnung nun endlich eine Lösung zu finden wurde am
04. Dezember 1891 erneut eine Sitzung vom Eisenbahnkomitee einberufen.
In dieser Sitzung verkündete der Wittlinger Landtagsabgeordnete
Dreher, der auch als Vermittler mit der Karlsruher Regierung diente
und als größter Gegner der Feuerbachtallinie bekannt
war, dass man von Seiten der Regierung die Entscheidung über
die Streckenführung dem Eisenbahnkomitee überlassen wolle.
Somit hatte also das Komitee die unangenehme Entscheidung über
die Streckenführung zu entscheiden, was sich als immer schwieriger
herausstellte, da sich nach einer langen Diskussion mittlerweile
die Gemeinden beider Täler bereiterklärten, das benötigte
Land kostenlos zur Verfügung zu stellen. Am 20. November 1892
teilte der Vorstand des Eisenbahnkomitees mit, dass man sich entschieden
habe, die Eisenbahnstrecke durch das Kandertal bis zur Station Haltingen
zu bauen. Diese Mitteilung wurde dann auch am 27. Dezember 1892
von Kandern bestätigt
Eine erneute Vorlage zum Bau der Bahn durch das Feuerbachtal seitens
der Gemeinden Lörrach, Tannenkirch, Holzen, Mappach, Egringen,
Kirchen und Efringen lehnte die Kammer am 17. Februar 1892 erneut
ab. Damit war die Entscheidung über die Streckenführung
endgültig gefallen, was natürlich nicht ohne Konsequenzen
blieb, den die Gemeinden Holzen und Riedlingen machten ihre Drohungen
war und zogen ihre Zusage zur finanziellen Beteiligung an der Bahn
im August 1893 zurück.
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