Bahnbetrieb auf der Kandertalbahn
Vering & Wächter | DEBG | SWEG | Museumsbetrieb | Betriebsmittel |
|
Die ersten Züge auf der Kandertalbahn fuhren bereits von Baubeginn an. Es waren Arbeitszüge, die auf den fertiggestellten Abschnitten, von den für den regulären Zugbetrieb gekauften Dampflokomotiven, gezogen wurden.
Nach Beendigung der Bauarbeiten und der technischen Abnahme der Bahn am 22. April 1985 folgte die Einweihungsfeier am 29. und 30 April 1895. Zur Einweihung wurde ein besonders Festprogramm aufgestellt.

Programm zur Bahneröffnung [PDF 660 KB]
Die Firma Vering & Wächter, welche auch für den Bahnbau zuständig war, führte zunächst durch ihre Betriebsabteilung in Freiburg/Breisgau den Betrieb auf der Kandertalbahn. Zuständig für den ordnungsgemäßen Betrieb war als Vorstand und Vertreter der Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft Vering & Wächter Oberingenieur Kökert.
Zur Eröffnung des Zugbetriebes am 01.05.1895 galt der folgende Fahrplan:

Fahrplan zur Bahneröffnung 1895. [JPG 100 KB]
Schon am 04. Dezember 1894 genehmigte das Großherzogliche Ministerium die ab 01.05.1895 gültigen Fahrpreise. Der Fahrpreis für die einzelnen Teilstrecken zwischen Haltingen und Kandern betrug (jeweils in Mark):
|
Von Kandern Entfernung Einfach Rückfahrt 5 kg Gepäck
nach II. Klasse | III. Klasse
Hammerstein 3 km 0,25 | 0,15 0,35 | 0,25 0,02
Wollbach 6 km 0,45 | 0,30 0,70 | 0,45 0,03
Wittlingen 7 km 0,55 | 0,35 0,80 | 0,55 0,03
Rümmingen 9 km 0,70 | 0,45 1,05 | 0,70 0,04
Binzen 11 km 0,85 | 0,55 1,25 | 0,85 0,04
Haltingen 13 km 1,00 | 0,65 1,50 | 1,00 0,05
Für ein großes Handgepäck bis 25 kg mußten 10 Pf bezahlt werden, für die Beförderung eines Fahrrades 20 Pf. |
Übersicht Personen- und Gütertarife ab 01.05.1895. [PDF 60 KB]

Züge, die ausschließlich Güter beförderten, gab es auf der Kandertalbahn nicht. Die Güterwagen wurden bei Bedarf an die planmäßigen Personenzüge angehängt. Diese fuhren dann als "GmP" (Güterzug mit Personenbeförderung).
Dies galt auch für Güterwagen, die z.B. von den Zwischenstationen
zum Staats-bahnhof in Haltingen befördert werden mußten.
Hier waren in den Stationen entsprechende Rangiermanöver erforderlich,
um die Güterwagen an- bzw. abzuhängen. Die mit Reisenden
besetzten Wagen wurden beim Rangieren nicht abgehängt. Je nach
Rangieraufwand konnten Verspätungen von bis zu 45 Minuten auftreten,
was bei den Reisenden zu entsprechender Kritik führte.

Güterzug
mit Personenbeförderung um 1910. Foto:
Slg. Karl Maier
Ab dem 01. April 1899 übergab Vering & Wächter alle süddeutschen Bahnen, darunter auch die Kandertalbahn, an die neu gegründete Deutsche-Eisenbahn-Betriebs-Gesellschaft AG (DEBG).
|